Kapitel 4 · Sarajevo: Die Linie zwischen Osten und Westen

Published 2026-09-18 · Language: de

🕌 Auf der Linie AI-sketched illustration Was sieht Clara auf der Linie in der Ferhadija — und was sah Henriette im Jahr 1847? 📖 In diesem Kapitel hört Clara in Sarajevo eine Familiengeschichte, die seit fast zwei Jahrh

🕌 Auf der Linie

Was sieht Clara auf der Linie in der Ferhadija — und was sah Henriette im Jahr 1847?

📖 In diesem Kapitel hört Clara in Sarajevo eine Familiengeschichte, die seit fast zwei Jahrhunderten weitererzählt wird. Du lernst dabei, fremde Worte wiederzugeben: mit dem Konjunktiv I der indirekten Rede und mit sollen und wollen — so, wie es Zeitungen und Nachrichten jeden Tag tun.

Nach gut sieben Stunden im Bus, der sich durch grüne Berge und enge Täler schlängelte, erreichte Clara Sarajevo. Nikola hatte ihr zum Abschied einen Rat mitgegeben: „Geh zuerst in die Ferhadija und such die Linie auf dem Boden.“

Sie fand sie sofort: eine schmale Markierung im Pflaster, daneben die Worte Sarajevo Meeting of Cultures . Wenn sie nach Westen blickte, sah sie Fassaden, wie sie auch in Wien stehen könnten — hohe Fenster, Balkone, Stuck. Drehte sie sich nach Osten, lagen vor ihr die niedrigen Holzläden des alten Basars, Kupfergeschirr, Kaffeeduft und ein Minarett. Zwei Welten, die sich an einer einzigen Linie berührten.

Clara las, was Henriette im Sommer 1847 notiert hatte. Von einer Linie stand dort nichts — natürlich nicht: Die Häuser im Wiener Stil entstanden erst, nachdem Österreich-Ungarn 1878 die Macht übernommen hatte. Henriette schrieb, die Stadt sei ein Meer aus Gärten und Minaretten; fünfmal am Tag höre man den Ruf der Muezzine, und in den Gassen spreche man Bosnisch, Türkisch und das Spanisch der sephardischen Juden. Muslime, orthodoxe und katholische Christen und Juden lebten hier dicht beieinander.

🗣️ Henriettes Beobachtungen erreichen uns nur über ihren Text — und genau dafür hat das Deutsche eine eigene Verbform. Wer in einem Text fremde Worte wiedergibt, benutzt den Konjunktiv I und zeigt damit: Das ist nicht meine Aussage, sondern ihre.

🗣️ Indirekte Rede — der Konjunktiv I markiert fremde Worte: Henriette schrieb, die Stadt sei ein Meer aus Gärten.

Er sagt nichts darüber, ob die Aussage wahr ist — nur, von wem sie stammt.

Du findest ihn vor allem in Zeitungen, Berichten und Nachrichten.

🤝 die Begegnung — ein bedeutsames Treffen, etwa zwischen zwei Kulturen.

🏛️ prägen — einen dauerhaften Einfluss haben, so wie zwei Reiche auf diese Stadt.

🎨 die Vielfalt — viele verschiedene Formen nebeneinander, etwa Religionen oder Sprachen.

Die Linie auf dem Boden ist ein Symbol für etwas, das Henriette noch nicht sehen konnte: Sarajevo wurde von zwei Reichen nacheinander geprägt, dem osmanischen und dem habsburgischen. Henriette erlebte nur die erste Schicht; Clara steht genau auf der Naht zwischen beiden.

Beispiel: Die Stadtführerin sagte, die Linie markiere die Grenze zwischen zwei Epochen. 🧭

⚠️ Achtung: Die typische Konjunktiv-I-Form endet in der 3. Person Singular auf -e : er habe, sie komme, es markiere . Nur sein ist unregelmäßig: sie sei .

💡 Profi-Tipp: Im Gespräch sagen die meisten Deutschen einfach Sie hat gesagt, dass die Stadt schön ist . Das ist völlig in Ordnung — den Konjunktiv I brauchst du vor allem zum Lesen und Schreiben. 📰

Begriff Erklärung

das Pflaster Die Steine, mit denen eine Straße oder ein Platz belegt ist.

die Begegnung Ein Treffen, oft mit Bedeutung: die Begegnung der Kulturen .

prägen Einen dauerhaften Einfluss auf etwas haben.

Konjunktiv I Verbform der indirekten Rede: sie sei, er habe, es gebe .

Lernfragen

Was markiert die Linie in der Ferhadija?

Warum erwähnt Henriette die Linie in ihrem Bericht nicht?

Setze in die indirekte Rede: Henriette schrieb: „Die Stadt ist voller Gärten.“

🔨 In der Gasse der Kupferschmiede

Was erzählt Emina über ihre Familie — und woher weiß sie es?

Die Kazandžiluk ist eine kurze Gasse, doch man hört sie, bevor man sie sieht: Aus jeder Werkstatt klingt das helle Hämmern auf Kupfer. In der dritten Werkstatt saß eine Frau um die vierzig, die mit einem feinen Meißel Muster in einen Teller gravierte. Als Clara ihr das Zeichen zeigte — Kreis, vier Linien —, legte die Frau das Werkzeug beiseite.

Sie hieß Emina und bot Clara gleich das Du an. Die Werkstatt gehörte ihrer Familie seit sechs Generationen. Bei einem bosnischen Kaffee erzählte sie, was ihr Großvater ihr erzählt hatte. Einer ihrer Vorfahren habe im Sommer 1847 eine Fremde aus dem Norden beherbergt. Die Frau sei allein gereist, was damals fast undenkbar gewesen sei. Sie habe wochenlang in der Werkstatt gesessen und gelernt, Kupfer zu gravieren. Bevor sie weitergezogen sei, habe sie einen Teller hinterlassen — „für den, der nach mir kommt“.

„Mein Großvater sagte immer, der Teller dürfe nie verkauft werden“, sagte Emina und stand auf. Aus einem Schrank holte sie einen dunklen, alten Kupferteller. In der Mitte war das Zeichen eingraviert, am Rand stand ein Wort in arabischer Schrift. „Früher schrieb man hier Bosnisch und Türkisch auch mit arabischen Buchstaben“, erklärte Emina. „Da steht Filibe . So hieß Plovdiv, als es noch zum Osmanischen Reich gehörte.“

📝 Emina erzählt, was in ihrer Familie seit 1847 weitergegeben wurde — und jeder Satz im Konjunktiv I zeigt, dass sie nicht aus eigener Erinnerung spricht. So wird aus einer Familiengeschichte ein sauber markierter Bericht.

📝 Konjunktiv I, 3. Person Singular — Infinitivstamm + -e : er habe, sie komme, es dürfe .

⏪ Vergangenheit in der indirekten Rede — habe oder sei + Partizip II.

Sie sei allein gereist. Sie habe gelernt, …

Ob das Original im Präteritum, Perfekt oder Plusquamperfekt stand: In der indirekten Rede gibt es nur diese eine Vergangenheitsform (mit hätte/wäre als Ersatzform).

🔗 Die Kette der Erzähler — Emina gibt wieder, was der Großvater gesagt hat — und der gab wieder, was sein Vorfahre erlebt hatte.

Der Konjunktiv I hält diese Distanz in jedem Satz fest.

🏠 beherbergen — jemandem Unterkunft geben, meist für längere Zeit.

Achte darauf, wie sich die Perspektive verschiebt. Direkt hätte der Großvater gesagt: „Der Teller darf nie verkauft werden.“ Indirekt wird daraus der Teller dürfe nie verkauft werden . Und wenn Emina ein „ich“ zitiert, wird daraus „er“ oder „sie“ — denn nun spricht sie über jemand anderen.

Beispiel: Direkt: „Die Frau ist allein gereist.“ → Indirekt: Die Frau sei allein gereist. 🧳

⚠️ Achtung: Bei der Vergangenheit bleibt das Hilfsverb gleich: Was im Perfekt mit sein gebildet wird ( ist gereist ), bekommt auch in der indirekten Rede sei ( sei gereist ).

💡 Profi-Tipp: In Sarajevo ist ein Kaffee kein schneller Espresso, sondern ein Ritual — nimm dir Zeit, wenn man dich in eine Werkstatt einlädt. Viele Geschichten erzählt man erst bei der zweiten Tasse. ☕

Begriff Erklärung

gravieren Mit einem spitzen Werkzeug Muster oder Schrift in Metall schneiden.

beherbergen Jemandem Unterkunft geben.

undenkbar So ungewöhnlich, dass man es sich kaum vorstellen kann.

habe/sei + Partizip II Die Vergangenheitsform der indirekten Rede (Ersatzform: hätte/wäre + Partizip II).

Lernfragen

Was hat Henriette nach Eminas Erzählung in der Werkstatt gelernt?

Welches Wort steht auf dem Kupferteller, und was bedeutet es?

Setze in die indirekte Rede: Der Großvater sagte: „Ich habe den Teller nie verkauft.“

⛲ Das Wasser des Sebilj

Welche Legende erzählt man sich über den Brunnen — und was bedeutet sie für Clara?

Am Abend gingen sie zusammen zum Sebilj, dem hölzernen Brunnen mitten auf dem großen Platz der Baščaršija. Tauben liefen zwischen den Füßen der Besucher umher, und aus den kleinen Lokalen duftete es nach Kaffee und gegrilltem Fleisch. „Man sagt, wer aus dem Sebilj trinke, kehre eines Tages nach Sarajevo zurück“, sagte Emina.

Clara trank. Das Wasser war kalt und schmeckte nach Stein. Sie dachte an Hamburg, an Jana, an das Archiv — und daran, dass sie nicht wusste, ob sie überhaupt dorthin zurückwollte. Nach Sarajevo aber, das spürte sie, würde sie zurückkommen.

Emina erzählte weiter. Der erste Sebilj soll schon im 18. Jahrhundert gebaut worden sein; der heutige Holzbrunnen stammt von 1891. Und der alte Nachbar aus der Werkstatt gegenüber will Henriettes Namen schon als Kind gehört haben. Clara lachte. „Und du glaubst ihm?“ — „Natürlich nicht“, sagte Emina. „Das behauptet er erst, seit ich ihm von dem Teller erzählt habe. Aber es ist eine schöne Geschichte.“

📰 In Eminas letzten Sätzen stecken zwei Modalverben, die hier ihre gewohnte Bedeutung verlieren. sollen heißt nicht mehr „eine Pflicht haben“, wollen nicht mehr „einen Wunsch haben“ — beide geben wieder, was andere sagen.

📰 sollen — man sagt, es wird berichtet: Der erste Sebilj soll im 18. Jahrhundert gebaut worden sein.

Die Information kommt von anderen; der Sprecher übernimmt keine Garantie.

🙄 wollen — jemand behauptet etwas über sich selbst: Der Nachbar will ihren Namen gehört haben.

Oft schwingt dabei Skepsis mit.

⏪ Vergangenheit — Modalverb + Infinitiv Perfekt: gebaut worden sein, gehört haben .

🗝️ angeblich — ein Adverb mit derselben Funktion.

Angeblich hat er ihren Namen gehört.

Der Schlüssel ist fast immer der Infinitiv Perfekt am Satzende. Du sollst Wasser trinken ist ein Rat oder eine Pflicht; Er soll Wasser getrunken haben ist ein Gerücht. Dasselbe Modalverb, eine völlig andere Aussage.

Beispiel: Henriette soll wochenlang in der Werkstatt gesessen haben. — So erzählt man es in Eminas Familie, bewiesen ist es nicht. 🔨

⚠️ Achtung: Er will reich sein ist ein Wunsch, Er will reich gewesen sein ist eine Behauptung. Meist entscheidet die Form am Satzende; bei Zustandsverben kann aber auch der einfache Infinitiv eine Behauptung sein ( Er will Arzt sein ) — dann entscheidet der Kontext.

💡 Profi-Tipp: In Polizeiberichten liest du oft Der Täter soll geflohen sein . Journalisten benutzen sollen , weil ein Verdacht noch kein Beweis ist. 🚓

Begriff Erklärung

sollen + Infinitiv Perfekt Wiedergabe eines Berichts: Er soll gekommen sein.

wollen + Infinitiv Perfekt Wiedergabe einer Behauptung über sich selbst, oft skeptisch.

angeblich Adverb: Man sagt es, aber es ist nicht sicher.

der Sebilj Hölzerner Brunnen auf dem Platz der Baščaršija, heutige Form von 1891.

Lernfragen

Was verspricht die Legende des Sebilj?

Warum glaubt Emina dem Nachbarn nicht, obwohl sie die Geschichte schön findet?

Forme mit sollen um: Man sagt, dass Henriette Kupfer graviert hat.

📰 Grammatik-Werkstatt: Konjunktiv I und indirekte Rede

Wie gibt man im Deutschen korrekt wieder, was andere gesagt haben?

Nachrichten, Protokolle, Zeitungsartikel — sobald jemand zitiert wird, ohne dass Anführungszeichen stehen, arbeitet die indirekte Rede. 🗞️

Für die Form reicht dir eine kleine Werkzeugkiste: die Endung -e , die unregelmäßigen Formen von sein , eine Ausweichregel und drei Zeitstufen. Mit diesen Werkzeugen kannst du fast jeden Pressetext verstehen und selbst schreiben.

🧩 Bildung — Infinitivstamm + Konjunktiv-Endung; am wichtigsten ist die 3. Person: er habe, sie komme, es gebe .

sein ist unregelmäßig: ich sei, du seist, er sei, wir seien — dieselbe Form gilt für sie und Sie .

🔁 Ersatzform — Sieht der Konjunktiv I aus wie der Indikativ, nimmt man den Konjunktiv II.

Sie sagten, sie haben keine Zeit ist nicht als indirekte Rede erkennbar → sie hätten keine Zeit .

⏱️ Drei Zeitstufen — Gegenwart: er komme · Vergangenheit: er sei gekommen, er habe gesehen · Zukunft: er werde kommen .

❓ Fragen und Aufforderungen — Fragen mit ob oder W-Wort; Aufforderungen mit einem Modalverb: Sie sagte, ich solle mich setzen.

🔄 Perspektive — Pronomen und Zeitangaben wechseln: ich → sie, hier → dort, heute → an diesem Tag .

Der Konjunktiv I ist neutral : Er sagt nicht, dass eine Aussage falsch ist, sondern nur, dass sie von jemand anderem stammt. Genau deshalb lieben ihn Journalisten. Wer dagegen bewusst Zweifel zeigen will, greift zu angeblich oder sollen .

Beispiel: Direkt: Emina: „Ich zeige dir morgen die alte Synagoge.“ → Indirekt: Emina sagte, sie zeige ihr am nächsten Tag die alte Synagoge. 🗓️

⚠️ Achtung: Die Ersatzform gilt nur, wenn der Konjunktiv I nicht erkennbar ist — vor allem in ich , wir und sie (Plural). In der 3. Person Singular ist der Konjunktiv I fast immer eindeutig: er habe , nicht er hätte .

💡 Profi-Tipp: Lesestrategie für Zeitungstexte: Markiere jedes sei, habe, werde — dann weißt du sofort, wo der Journalist spricht und wo er andere zitiert. 🖍️

Begriff Erklärung

er habe / sie komme Konjunktiv I: Infinitivstamm + -e .

sei / seien Unregelmäßiger Konjunktiv I von sein .

Ersatzform Konjunktiv II, wenn Konjunktiv I und Indikativ gleich aussehen.

sei gekommen / habe gesehen Vergangenheit in der indirekten Rede.

solle + Infinitiv Wiedergabe einer Aufforderung.

Diagramm: Turning German direct speech into indirect speech: shift pronouns and time words, choose Konjunktiv I (er sei, er habe), switch to Konjunktiv II when the form equals the indicative, and use habe or sei plus past participle for any past tense. Schritt 1: Pronomen und Zeitangaben wechseln. Schritt 2: Konjunktiv I wählen (er sei, er habe). Schritt 3: Bei gleicher Form: Konjunktiv II nutzen.

Lernfragen

Wann benutzt man in der indirekten Rede den Konjunktiv II statt des Konjunktivs I?

Setze in die indirekte Rede: Nikola sagte: „Wir haben die Tür nie verkauft.“

Wie gibt man eine Aufforderung wie „Setz dich!“ indirekt wieder?

🕍 Hintergrund: Sarajevo, das „Jerusalem Europas“

Warum sieht man in Sarajevo die Geschichte gleich an mehreren Ecken?

Wenige Städte zeigen ihre Geschichte so offen wie Sarajevo: Wer eine halbe Stunde durch die Altstadt geht, durchquert mehrere Jahrhunderte. 🕰️

Die Stadt entstand im 15. Jahrhundert unter osmanischer Herrschaft, und ihr Name geht auf das türkische Wort saray (Palast) zurück. Über die Jahrhunderte kamen Menschen verschiedener Religionen hinzu — und 1878 eine neue Macht aus Wien, die das Stadtbild noch einmal veränderte.

🛍️ Die Baščaršija — der alte Basar: baš heißt Haupt-, čaršija Markt.

Handwerker desselben Berufs arbeiteten in derselben Gasse — daher die Gasse der Kupferschmiede.

🕍 Vier Glaubensgemeinschaften — Moscheen, orthodoxe und katholische Kirchen und Synagogen liegen nur wenige Minuten voneinander entfernt; deshalb nennt man Sarajevo manchmal das „Jerusalem Europas“.

Sephardische Juden kamen im 16. Jahrhundert, nachdem sie aus Spanien vertrieben worden waren.

🏗️ Österreich-Ungarn — 1878 übernahm die Habsburgermonarchie die Verwaltung, 1908 annektierte sie Bosnien und Herzegowina.

Aus dieser Zeit stammen die „Wiener“ Fassaden westlich der Linie und der heutige Sebilj.

1914 wurde in Sarajevo der österreichische Thronfolger Franz Ferdinand erschossen — ein Auslöser des Ersten Weltkriegs.

Für Henriettes Geschichte ist eine Schicht besonders wichtig: der Handel. Über Sarajevo liefen Karawanenwege zwischen der Adria und dem Inneren des Balkans, und Kaufleute aus Dubrovnik hatten hier seit Langem ihre Niederlassungen. Eine Handelsroute, die „kulturelle Welten verband“, musste fast zwangsläufig durch diese Stadt führen.

Beispiel: Ein Reiseführer schreibt, in Sarajevo könne man an einem Nachmittag durch vier Jahrhunderte gehen. 🚶

⚠️ Achtung: Die Buchstaben der bosnischen Namen werden anders ausgesprochen als im Deutschen: š wie sch , č und ć ungefähr wie tsch , ž wie das j in Journal . Baščaršija klingt also etwa wie „Basch-tschar-schija“.

💡 Profi-Tipp: Übe die indirekte Rede mit Reiseführern: Schreib drei Sätze aus einem Führer als Bericht um — Der Reiseführer schreibt, … 📘

Begriff Erklärung

die Baščaršija Der alte osmanische Hauptmarkt von Sarajevo.

„Jerusalem Europas“ Beiname wegen der vielen Gotteshäuser verschiedener Religionen auf engem Raum.

1878 / 1908 Österreich-Ungarn übernimmt die Verwaltung / annektiert das Land.

die Karawanenwege Alte Handelswege, auf denen Waren mit Pferden und Maultieren transportiert wurden.

Lernfragen

Woher hat die Baščaršija ihren Namen?

Warum nennt man Sarajevo das „Jerusalem Europas“?

Was veränderte sich in Sarajevo nach 1878?

Kernaussagen

🗣️ Die indirekte Rede benutzt den Konjunktiv I: Sie sagte, die Stadt sei schön.

⏪ In der indirekten Rede gibt es nur eine Vergangenheit: habe oder sei + Partizip II (Ersatzform: hätte/wäre + Partizip II).

🔁 Sieht der Konjunktiv I aus wie der Indikativ, nimmt man den Konjunktiv II: sie hätten .

📰 sollen + Infinitiv Perfekt gibt einen Bericht wieder, wollen + Infinitiv Perfekt eine Behauptung über sich selbst.

🕍 Sarajevo wurde von zwei Reichen geprägt: dem osmanischen und ab 1878 dem habsburgischen.